KMU-Barometer: Wenig Optimismus
Das aktuelle KMU-Barometer des Schweizerischen Gewerbeverbands sgv zeichnet ein eher pessimistisches Bild der Lage kleiner und mittlerer Unternehmen in der Schweiz. Keine der befragten Kantonalsektionen rechnet mit einer Verbesserung der wirtschaftlichen Situation in den nächsten zwölf Monaten. Gut die Hälfte erwartet eine Verschlechterung, 42 Prozent Stagnation.
Als wichtigste Belastungsfaktoren nennen die vom sgv befragten KMU-Vertreter weiterhin wachsende Bürokratie, den Fachkräftemangel und eine restriktive Raumplanung. Zusätzlich wächst die Sorge über fehlenden Nachwuchs, da derzeit mehr Fachkräfte den Arbeitsmarkt verlassen als nachrücken.
Ein weiteres strukturelles Problem ist die fehlende Wohnrauminfrastruktur, besonders in Randregionen: In Graubünden etwa können viele Betriebe keine neuen Mitarbeitenden einstellen, weil adäquater Wohnraum fehlt.
Zu lange Verfahren
Auch langwierige Baubewilligungsverfahren mit rund 200 Tagen Dauer und eine sinkende Wohnbautätigkeit belasten die Unternehmen. Gleichzeitig sehen viele KMU Chancen in digitalen Technologien wie Künstlicher Intelligenz, um interne Prozesse zu verbessern und Engpässe bei Mitarbeitenden zu kompensieren.
Zusätzlich beobachten einige kantonale Verbände eine zunehmend restriktivere Kreditvergabe durch Banken und stellen Unsicherheiten aufgrund internationaler Handelshemmnisse wie hohen US-Zöllen fest.
Auch langwierige Baubewilligungsverfahren mit rund 200 Tagen Dauer und eine sinkende Wohnbautätigkeit belasten die Unternehmen.
Keine neuen Lohnnebenkosten
Insgesamt zeigt das KMU-Barometer wenig Optimismus im Gewerbe und signalisiert dringenden politischen Handlungsbedarf für die KMU in der Schweiz.
Der sgv fordert deshalb ein umfassendes KMU-Entlastungs- und Revitalisierungsprogramm: darunter eine Regulierungskostenbremse, schnellere Bewilligungsverfahren, Senkung des staatlichen Fussabdrucks, Verhinderung steigender Lohnnebenkosten und eine KMU-freundliche Aussenhandelspolitik.
KMU-Barometer: Wenig Optimismus